Weil ich gerne Geschichten mit euch teilen möchte und auch Meinungen, Ansichten und Tipps loswerden will - all das in eher unregelmäßiger Abfolge und je nach Lust und Laune - gibt es ab heute ein neues Element auf dieser Homepage, nämlich einen Blog! Die klassische "News-Seite", die ich auf anderen Homepages immer super finde, liegt mir irgendwie nicht. Das hier könnte besser passen. Diverse Blogversuche meinerseits scheiterten bisher daran, dass ich einfach nicht so regelmäßig dazu komme, etwas zu schreiben und ehrlich gesagt auch gar nicht die Lust dazu haben. Mit den Basenjis unterwegs zu sein und etwas zu unternehmen, ist dann doch meist reizvoller. Er aber dennoch Lust hat, hin und wieder was von mir zu lesen und / oder auf dem Laufenden zu bleiben, was wir so treiben, darf mir hier sehr gerne folgen.
 

- Vorsicht, dieser Post könnte Spuren von Werbung enthalten,
für die ich leider gar nichts bekomme! ;-) -

 

Ich lege Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung meiner Hunde und bin überzeugte Barferin. Ich habe schon diverse Rezepte für Hundekekse ausprobiert und besitze einen kleinen Dörrer, mit dem ich regelmäßig Fleischstreifen trockne, die sich ebenfalls super als Leckerchen eignen.

Um meinen kleinen Teenager zu motivieren, braucht es aber was ganz besonderes momentan. Auch Akiro solll beim wöchentlichen Hoopers-Training etwas tolles bekommen. Da es bei der momentanen Hitze irgendwie ekelhaft ist, ständig mit Hacki (rohes Rinderhack) zu arbeiten, war ich also mal auf der Suche und bin im WorldWideWeb auf ein Rezept für Hundeleberwurst gestoßen, das ich unbedingt ausprobieren musste. Ein paar Tage Bedenkzeit brauchte es schon. Seit ich für unseren A-Wurf mal rohe Leber püriert und mir seinerzeit geschworen habe, DAS oder etwas ähnliches nie wieder zu tun (*würg*), musste ich das tatsächlich erst ganz in Ruhe durchdenken.

Unsere Hunde LIEBEN Leberwurst und die Hundeleberwurst aus dem Supermarkt finde ich nicht nur unangemessen teuer, sondern bin auch etwas skeptisch, was die Inhaltsstoffe angeht. Auch die Leberwurst, die man sich hin und wieder selbst aufs Brot schmiert, ist keine ideale Lösung, wobei ich das für zwischendurch absolut vertretbar finde. Dass ich auf die Ernährung achte, ist nicht gleichbedeutend damit, dass es nicht auch mal Essensreste oder Aldi-Leckerchen gibt. Ich möchte prinzipiell und grundsätzlich gesund füttern, aber ich bin kein Freund von Dogmen und Extremen. Alles in Maßen, entspricht am ehesten meiner Überzeugung.

Aber zurück zum Thema! Ich MUSSTE es einfach ausprobieren. DIY find ich superspannend und teste einfach gerne rum, wenn dann bestenfalls auch noch die Hunde etwas davon haben, ist es perfekt. Und ich bin ABSOLUT begeistert. Die Zubereitung war gar nicht ekelhaft. Gut, es läuft einem jetzt auch nicht direkt das Wasser im Mund zusammen, aber es ist wirklich nicht so fies wie befürchtet.

Die Wurst ist günstig und einfach zu machen, es geht schnell und sie lässt sich super einfrieren, so dass ich nun über Monate mit DEM Leckerchen schlechthin ausgerüstet bin und bekomme dabei nicht mal mehr schmierige Finger.

Und weil ich ja ein netter Mensch bin (meistens jedenfalls) teile ich mein geklautes und dann angepasstes Rezept gerne mit Euch:

 

(Ich habe eine Geflügelleberwurst gemacht, das Ganze geht aber genauso gut mit Rindfleisch.)

500 g Hähnchenleber
250 g Geflügelfett
1 kg Muskelfleisch (Hühnerherzen in meinem Fall)
eine mittelgroße Zucchini

Fett mit Muskelfleisch (Herz) in einem Topf mit kochendem Wasser gebenund durchkochen lassen. Wenn das Fleisch gar ist, Zucchini und Leber zugeben und ebenfalls kurz durchkochen lassen. Abseihen und pürieren bis eine homogene Masse entstanden ist.

Je nachdem wie flüssig man die Leberwurst haben möchte, kann man mehr oder weniger Zucchini hinzufügen. Zusätzlich lässt sich die Konsistenz durch die Zugabe von etwas Kochwasser steuern.

Apropos Kochwasser: Das kann man super in Eiswürfelformen einfrieren und als Futterzugabe nutzen, da es einige wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe enthält  und - glaubt man meinen Hunden - lecker schmeckt und jedes Alltagsfutter zum absoluten Highlight werden lässt.

 

Das Rezept lässt sich ganz einfach halbieren, vierteln oder verdoppeln. Ihr solltet nur das Mischverhältnis 2 : 1 : 4 (Leber:Fett:Muskelfleisch) beachten.

 

Unsere recht große Menge Leberwurst habe ich portionsweise eingefroren und auch den Auftau-Test hat sie mit Bestnote bestanden. Ich habe mir bei Amazon auswaschbare Tuben aus leichtem Silikon (natürlich BPA-frei und lebensmittelecht) bestellt, und zwar diese hier:

http://www.amazon.de/gp/product/B01LS0GGCG/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o04_s00?ie=UTF8&psc=1

Ich bin zwar ein großer Befürworter von plastikfreien Alternativen, wo es möglich ist und finde es einfach wichtig, ein bisschen mehr auf Nachhaltigkeit zu achten. Dennoch haben mich diese kleinen Tuben überzeugt und sie scheinen auch sehr langlebig zu sein. Einwegplastik muss nun wirklich nicht sein, aber hiermit kann ich mich gut arrangieren.

 

So und nun: Viel Spaß beim Nachkochen - Eure Hunde werden Euch lieben, versprochen!

 

 

 

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(M)ein kleines Resümee
-natürlich rein subjektiv und nur eine persönliche Meinungsäußerung-

 

Nach zehn Rassehundeausstellungen in den Bremer Messerhallen wird aus "Bremen bellt" in diesem Jahr zum ersten Mal "Weser Ems bellt" in Hude-Wüsting auf dem Gelände der LandTageNord.

Man muss ehrlicher Weise sagen, dass man der Veranstaltung anmerkte, dass sie kurzfristig organisiert worden ist.

Ich kann verstehen, dass sich viele Aussteller, insbesondere über die "Parkplatz-Stau-Situation" geärgert haben. Ich kann natürlich nur für den Samstag sprechen, da ich nur am Samstag dort war. Es war aber so, dass die Einweiser zunächst die am weitesten vom Ausstellungsgelände entfernten Parkplätze befüllt und erst dann jeweils einen Parkplatz weiter freigegeben haben. Das hat zu extremem Stau und zu Verzögerungen geführt, die sich natürlich durch den Tag gezogen haben. Mal ganz davon abgesehen, dass, wenn man kilometerweit (gefühlt) an leeren Parkplätzen vorbei zu den Ringen hetzen muss, das nicht unbedingt stimmungsförderlich ist. Zumal an sich ausreichend Parkplätze vorhanden waren und mir diese auch gut gefielen!

Auch einige andere Dinge sind leider nicht ganz ideal gelaufen. Viele Getränke gab es nur in Gläsern, die man zu den Ringen mitnehmen konnte. Die Gefahr von Glasbruch ist einfach zu groß. Hundepfoten und Scherben verstehen sich nun mal nicht so gut!
Die Ringe waren nur schwer als solche zu erkennen und zu finden, weil man die Ringnummern vom Weg aus nicht sehen konnte.
Ich habe mich mit einigen Industrieaufstellern unterhalten, die mit ihren Kartenlesegeräten keine Verbindung zustande bringen und deshalb nur Barzahlungen entgegennehmen konnten. Ich hoffe, die dadurch verursachten Verluste haben sich noch in Grenzen gehalten!

UND DENNOCH:
Ich möchte durchaus eine Lanze für den neuen Standort brechen! Das Gelände finde ich superschön! Es ist weitläufig, man hat Platz, so dass Aussteller wie Hunde entspannter wirkten - jedenfalls auf mich. Ringe und Industrie voneinander zu trennen und die Industrie auch nach drinnen zu verlagern, halte ich für eine sehr gute Idee. An den Wegen waren die üblichen Kotbeutelspender und Mülleimer aufgestellt. ABER es gab auch alle paar hundert Meter Wasseranschlüsse, was ich ziemlich großartig fand. Ringhelfer - auf jeden Fall, die unserem Ring - waren sehr nett und hilfsbereit und hatten Freude an ihrer Arbeit. Ich habe mich wohl gefühlt.

Unterm Strich solte man dankbar sein, dass trotz der Kürze der Zeit für die Organisation am neuen Ort, die Ausstellung überhaupt stattfinden konnte. Mir hat es trotz der Kritikpunkte wirklich gut gefallen und ich hoffe, dass der Standort beibehalten werden kann und dass die Organisatoren mit etwas mehr Vorlaufzeit im nächsten Jahr einen noch reibungsloseren Ablauf gewährleisten können.

Ich jedenfalls komme gerne wieder.

 

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Wenn der Richterbericht mit "Höchst selbständiger Jungrüde..." beginnt und mit "...bewegt sich typisch, aber nach eigenen Vorstellungen." endet, weiß man, welche Rasse da gerichtet wurde, oder?

Mag sein, dass sich so mancher an einer solchen Fomulierung stört, ich hingegen feiere sie total. Ich weiß, dass ich noch in zig Jahren darüber schmunzeln muss und mir der gestrige Tag sofort wieder präsent sein wird. Eine tolle Erinnerung an eine turbulente Zeit. Außerdem passt das Ergebnis. Chandu ist nämlich gestern bei der Internationalen Rassehundeausstellung in Hude-Wüsting (Weser Ems bellt) mit vv1 und wundervollem Richterbericht Jüngstensieger geworden!

Er hat nicht besonders gut mitgemacht und - auch wenn ich humorvolle Richter super finde - habe ich mich im Ring wie ein blutiger Anfänger gefühlt und auch etwas "vorgeführt". Das ist aber wohl eher mein Problem als Schuld des Richters. Der Ring lag voller Leckerchen - wohl riechende und offensichtlich wohl schmeckende Hundewurst und - immerhin liefen vor uns Bourdeauxdoggen, Bullmastiffs, Mastina Napoletano und Mastin del Pirineo - ordentliche Portionen davon! Klappte die erste Runde noch ganz gut, lief Chandu auf der Diagonalen über eine breite Wurstspur und fand es deutlich spannender die Krümel aus dem Gras zu fischen, statt mir zu folgen. Der Zwischenruf des Richters, dass ich lernen müsse, wer der Boss ist und mich gegen den Kleinen durchsetzen, machte die Situation nicht unbedingt einfacher! Zumal ich mich schlicht weigere, an der dünnen Ausstellungsleine herumzuziehen und zu viel Druck auszuüben. Darum ging es ja auch gar nicht. Recht hatte Herr Eberhardt natürlich nämlich trotzdem! Die Wurst war interessanter als ich, und zwar mit Abstand!
Bei der Bewertung im Stand vor dem Richtertisch stand Chandu dann direkt vor einer weiteren napfgroßen Portion Wurst im Gras und hat natürlich wieder nur gehampelt. Aber da muss man dann einfach durch, auch wenn es unangenehm ist.

Toll fand ich, dass sich Herr Eberhardt noch im Ring die Zeit genommen hat, die Details seiner Bewertung zu erklären, die angesprochenen Punkte zu zeigen und mir zu meinem kleinen Querkopf zu gratulieren!

Es war ein toller Aussstellungstag. Ich habe viele Leute wiedergetroffen, die ich ewig nicht gesehen habe und wirklich tolle Unterhaltungen geführt. Danke Daniela, dass du die Basenji Big Three (Bellt nicht - haart nicht - stinkt nicht) mit deiner trockenen Ergänzung "Folgt nicht" zu meinen Basenji Big Four gemacht hast ;-)
Chandu hat uns wohl zugehört und das ganze gleich im Anschluss unter Beweis gestellt.

Ich habe mich total gefreut, dass Chandus Welpentrainerin, von der ich zwar wusste, dass sie dort sein würde, sogaer extra nach uns gesucht hat, da sie Chandus "Auftritt" auch gern sehen wollte. Wir haben uns supernett unterhalten und hatten eine tolle Zeit. Schön, dass du da warst, Stefanie!

Heike mit Simba und Malia, "Männe" Koch, Dieter und Karin...so viele Menschen, die man lange kennt und viel zu selten sieht.

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21
Jul
CHANDU

Wenn ich mich hier so durch die Seiten klicke, fällt mir auf, dass ich bisher viel zu wenig Chandu-Bilder mit euch geteilt habe. Das wird heute nachgeholt.

Er wird so schnell groß, dass ich doch unbedingt ein paar "ältere" Bilder hier verewigen möchte. Es geht los mit seinem allerersten Welpenspieltreff. Auf den Bildern ist er neun Wochen alt. Dann machen wir einen kleinen Sprung zu einem Shooting von und mit Angelika und Hartmut Joswig. Wenn ich mich recht erinnere ist Chandu hier ca. 14 Wochen alt. Wir haben uns für dieses Shooting bei Basenjibekannten in der Nähe getroffen, Chandis Spielgefährte ist Aaron (Mutabaruga's XP Steele Pules). Aaron ist ca. 2 Wochen älter als unser Kleiner und auch eine echte Schönheit, nicht wahr?

Ganz am Ende gibt es dann noch ein paar aktuellere Fotos, die am 06.07.2019 am Rande der IRA Hannover entstanden sind.

Und jetzt halte ich die Klappe und wünsche euch viel Spaß mit den Bildern:

 

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Dumme Basenjis?
Oder eher charmante Kleinkriminelle, die cleverer sind als ihnen gut tut...?

 

Im August 2013 erschien ein Fokus-Artikel, auf den wohl jeder Basenjibesitzer im Laufe seines Lebens einmal angesprochen wird. Alle Jahre wieder wird er hervorgekramt. Besagtem Artikel liegt eine Studie des amerikanischen Psychologen und Hundeforschers Stanley Coren zu Grunde. Coren stellt die These auf, dass nicht alle Hunderassen gleichermaßen schlau sind, sondern sich die Intelligenz nach Rassen unterscheide. Auf der Basis seiner Beobachtung von 110 verschiedenen Hunderassen und Interviews mit mehr als 200 Preisrichtern von Hundegehorsamkeitswettbewerben erstellt Coren ein Ranking der schlauesten und der dümmsten Hunderassen. Der Basenji ist Corens Studien zufolge der zweitdümmste Hund.  

Hier findet ihr den vollständigen Artikel: https://www.focus.de/wissen/natur/hunde/forschung/hundeintelligenz-ranking-die-einsteins-unter-den-vierbeinern_aid_1037690.html

Wer jetzt einen empörten Aufschrei und wütendes Gezeter unter uns Basenjileuten erwartet, den muss ich jedoch enttäuschen. Jedenfalls was mich angeht. Mir entlockt Corens Bewertung nämlich nicht mehr als ein müdes Lächeln und sogar eine gewisse Bestätigung seiner Ergebnisse. Versteht mich nicht falsch, ich halte die Basenjis ganz sicher nicht für dumm, dennoch bestätigt Coren das, was auch ich immer sage. Denn er bewertet ARBEITSintelligenz, den Will-to-please, wie gut die jeweilige Rasse vom Menschen lenkbar ist. Und da bin ich ganz bei ihm, wenn er den Basenji weeeeiiiiit nach hinten setzt. Der Unterschied ist nur, dass das für mich rein gar nichts mit Intelligenz zu tun hat. Wer ist wirklich klüger, derjenige, der blind folgt oder derjenige, der seinen eigenen Kopf benutzen kann?

Ich bin zu diesem Thema mal auf ein Zitat gestoßen, dass es meiner Meinung nach ziemlich gut auf den Punkt bringt:

"Are basenjis intelligent? Yes, but not in the way you might first think. If basenjis were high school students, they would not be the brainiacs who score high enough on their SATs to go to Harvard on a full scholarship. No, basenjis would be the hoodlums with the smarts to bypass security, break into the principal's office, steal a copy of the test, and sell it for cigarette money." ~ Robin Simmons<<

Besser hätte ich es nicht sagen können!

Aber ich kann eine ganz persönliche Alltagsgeschichte beisteuern, die gleichzeitig vorstehendes bestätigt und einer von vielen Gründen ist, warum ich die Basenjis und ihre Art der Intelligenz so sehr liebe. Sie versetzen mich in Erstaunen, es wird niemals langweilig und sie machen einfach Spaß. Sie sind eine Herausforderung, die ich jeden Tag aufs Neue gerne annehme.

Meine Basenjis wissen genau, was  ich wirklich ernst meine und bewegen sich innerhalb dieses Regelspielraums zu ihren eigenen Bedingungen.

Es ist beispielsweise absolut und total verboten, an die Mülleimer in der Küche oder den gelben Sack zu gehen. Das wissen sie genau und stellen diese Regel nicht in Frage. Der Papierkorb in meinem Bücher-/Näh-/Kreativ-/Arbeitszimmer (irgendwie will mir keine passende Bezeichnung für meinen absoluten Lieblingsraum in meinem Zuhause einfallen) ist aber eine ganz andere Nummer. Akiro ist ein Goldschatz und macht wirklich wenig Blödsinn, weil es ihm einfach gefällt, "mein lieber Junge" zu sein. Er lässt sich höchstens mal von Inaya anstiften. Die räumt nämlich in schöner Regelmäßigkeit meinen Papierkorb aus. Egal , ob ich schimpfe. Manchmal  glaube ich sogar, WEIL ich schimpfe. Sie wird richtig kreativ, um mir eins auszuwischen und das Verbot wieder einmal zu umgehen.

Kürzlich habe ich beim Nachfüllen meines Füllers wie immer herumgesaut und mit einem Küchenpapier die Tinten-Sauerei beseitigt. Ich habe Inaya dann erwischt, wie sie sich dieses Küchenpapier stibitzt hat, habe es ihr weggenommen  und - weil ich zu faul war, den Papierkorb direkt auszuleeren - ganz unten in den Korb gestopft unter den ganzen Papiermüll. Ich war ziemlich deutlich, wohl auch deutlicher als sonst, weil Tinte nunmal sicherlich nicht gut für sie ist! Den Korb direkt auszuleeren, wäre wahrscheinlich weniger aufwändig gewesen, aber das ist eine andere Geschichte.

Einige Stunden später finde ich dann aber genau dieses Küchenpapier mit den Tintenflecken zerrupft draußen auf dem Rasen. Inaya schlummert seelenruhig und unschuldig in ihrem Körbchen und mein Papierkorb steht an der gleichen Stelle wie vorher, nichts weiteres, nicht das kleinste Fitzelchen Papier ist außerdem rausgeräumt. Ich habe keine Ahnung, wie sie das angestellt hat, zumal sie ziemlich klein ist und das Papier ganz unten im Korb war. Außerdem war ich ja die ganze Zeit zuhause und habe von ihrer Aktion nichts mitbekommen. Vielmehr als ihre unfassbare Geschicklichkeit, beeindruckt mich aber die Denkleistung die dahinter steckt. Ihr war nämlich völlig klar, dass es mir nicht nur darum ging, dass sie wiedermal am Papierkorb war, sondern ganz konkret um dieses eine Teilchen. Tja, Herausforderung angenommen. Frauchen ausgetrickst und dann mit sich und der Welt im Reinen ins Körbchen gekuschelt, als könnte sie kein Wässerchen trüben.

Fast noch besser war die Situation als sie unseren Jack Russell Jimmy einmal ausgetrickst hat, um an seinen Knochen zu kommen. Es war zu Beginn ihrer Läufigkeit. Sie roch für die Jungs schon sehr interessant, aber es war noch lange nicht soweit, dass wir sie trennen mussten, zumindest solange wir dabei waren. Alle Hunde hatten einen Knochen, Inaya wollte aber Jimmys haben. Blöd gelaufen nur, dass wir dabei waren und sie ihm seinen Knochen also nicht einfach wegnehmen konnte. Wir hätten geschimpft und sie blöd dagestanden. Also ist sie ein paar Minuten durch den Garten gewandert, hat ihre Kreise um Jimmy gezogen und hat nachgedacht. Ich schwöre, man konnte die kleinen Zahnrädchen in ihrem Gehirn rattern hören. Dann fiel ihr ein, dass sie ja schon ziemlich verführerisch riecht. Also setzt sie sich einen knappen Meter neben Jimmys Nase und pieselt ein paar Tröpfen aufs Gras (tut sie sonst nie - Basenjis sind praktisch grundstücksrein). Jimmy - ganz im Griff seiner männlichen Hormone - kann natürlich nicht widerstehen und kommt schnell schnuppern, den Knochen kurzzeitig vergessend. Ehe er noch wusste, wie ihm geschah, ist sie natürlich mit seinem Knochen verschwunden, mit einem selbstzufriedenen Seitenblick auf uns hat sie sich aus dem Staub gemacht. " Wegnehmen darf man nicht. Aber freigegebene Sachen darf man nehmen. Eure Regeln  - nicht meine."

Sie kennt Regeln und sie hält sich weitestgehend daran, aber wenn sie uns austricksen kann, dann tut sie es, und zwar am liebsten direkt vor unserer Nase und mit einer solch diebischen Freude, dass wir uns nur noch kopfschüttelnd ansehen und den Hut vor ihr ziehen können.

SO ticken Basenjis! Und wenn das nicht verdammt schlau ist, dann weiß ichs auch nicht!

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